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Schnelle Hilfe bei häuslicher Gewalt

Die Frauenhäuser entsprechen nicht den gesetzlichen Vorstellungen – Es fehle an personellen und finanziellen Ressourcen. Und es gebe nicht genug Plätze.

Informierten (v. l.): Sabine Bahlo, Heike Siemssen-Bielenberg und Hans-Werner Heise.(Quelle: www.shz.de)
Informierten (v. l.): Sabine Bahlo, Heike Siemssen-Bielenberg und Hans-Werner Heise.
(Quelle: www.shz.de)

ITZEHOE | Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Frauenhäusern. Darauf machen die Frauenhäuser in Deutschland und ihre bundesweiten Vernetzungsstellen in der Kampagne „Schwere Wege leicht gemacht“ im Vorfeld der Bundestagswahl Politiker aufmerksam. Zum offiziellen Start am gestrigen Frauentag sammelten Mit arbeiterinnen des Autonomen Frauenhauses Itzehoe im Holstein-Center Unterschriften.

Die derzeitige Situation der Frauenhäuser wurde im Dezember 2012 vor dem Familienausschuss des Bundestages thematisiert. Alle Sachverständigen waren sich einig, dass das Hilfsangebot für von Gewalt betroffene Frauen nicht dem Bedarf entspreche. Es fehle an personellen und finanziellen Ressourcen. Und es gebe nicht genug Plätze, auch nicht für Frauen, die von Suchtmitteln abhängig seien oder barrierefreie Häuser brauchten.

„Wir sind in Itzehoe oft so belegt, dass wir Frauen abweisen müssen“, sagte Eva Schöne vom Frauenhaus, das 18 Plätze für Frauen und Kinder bietet. Ein Ziel der Aktion sei es, mit den Politikerinnen und Politikern der Stadt ins Gespräch zu kommen. Das Angebot nahmen einige wahr, darunter Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen.

Gemeinsam mit dem Frauenhaus informierte die Polizei zum Thema. Präventionsbeauftragter Hans-Werner Heise erklärte die Möglichkeiten bei häuslicher Gewalt: „Je nach Sachlage sprechen wir auch eine Wegweisung aus.“ Die Polizei sei meist zuerst am Einsatzort. Sie nehme dann Kontakt mit den Stellen wie „pro familia“, dem Frauenhaus oder dem Jugendamt auf. Man ergänze sich. „Das Problem ist, dass die Männer am nächsten Tag wieder auftauchen und Druck machen“, erklärte er. Die Frauen wollten Anzeigen dann häufig zurückziehen und spielten das Geschehene herunter. Generell sei es wichtig, die Spirale der Gewalt frühzeitig zu unterbinden. Gewalt gehe durch alle Schichten. „Die Nachbarn sollten die Augen und Ohren aufhalten“, riet er. „Man sollte lieber einmal mehr die Polizei rufen.“ Im vergangenen Monat sei die Polizei im Kreis zu zehn Fällen häuslicher Gewalt mit sieben Wegweisungen gerufen worden.

Quelle: http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/schnelle-hilfe-bei-haeuslicher-gewalt-id4275.html